In der Broschüre "Osterfunken. Lebenszeichen für die Osterzeit...", die in alle Haushalte verteilt wurde, hat Pastor Simon Pabst einen kleinen Plan vorgelegt, welche Texte aus der Bibel in der Karwoche gelesen werden könnten.... Pastor Christof Vetter lädt mit kurzen Texten ein, über das Gelesene nachzudenken.

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Nun erzählte Jesus dem Volk dieses Gleichnis: »Ein Mann legte einen Weinberg an. Dann verpachtete er ihn und ging länger auf Reisen. Als es an der Zeit war, schickte der Besitzer einen Knecht zu den Pächtern. Der sollte seinen Anteil vom Ertrag des Weinbergs abholen. Aber die Pächter verprügelten ihn und jagten ihn mit leeren Händen davon. Noch einmal schickte der Besitzer einen Knecht. Aber auch den verprügelten und beschimpften sie. Dann jagten sie ihn ebenfalls mit leeren Händen davon. Der Besitzer schickte einen dritten. Den schlugen sie blutig und warfen ihn hinaus.
Da sagte der Weinbergbesitzer: ›Was soll ich jetzt tun? Ich werde meinen geliebten Sohn schicken. Vor ihm werden sie wohl Achtung haben!‹ Als die Pächter den Sohn kommen sahen, sagten sie zueinander: ›Das ist der Erbe. Wir bringen ihn um, und dann gehört sein Erbe uns.‹ Sie warfen ihn hinaus vor den Weinberg und töteten ihn.
Was wird der Weinbergbesitzer jetzt mit ihnen machen? Er wird selbst kommen, diese Pächter töten und den Weinberg anderen anvertrauen.« Als die Leute das hörten, sagten sie: »Das darf nicht passieren!«
Aber Jesus schaute sie an und sagte: »Was bedeutet denn die Stelle in der Heiligen Schrift: ›Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Grundstein geworden.‹ Wer auf diesen Stein fällt, wird zerschmettert. Und auf wen dieser Stein fällt, wird zerdrückt.« Die Schriftgelehrten und die führenden Priester wollten ihn am liebsten sofort festnehmen. Aber sie fürchteten sich vor dem Volk. Sie hatten verstanden, dass er in dem Gleichnis von ihnen gesprochen hatte.

Mord aus Profitgier. So liest sich das von Jesus erzählte Gleichnis auf den ersten Blick. Fast wie ein Krimi – stünde es nicht in der Bibel, würde es Jesus nicht in seinen letzten Tagen erzählen. Da ist das, was damals in Jerusalem sich ereignete, Mord und Totschlag genug.

Jesus will etwas anderes deutlich machen – und die Mächtigen haben es verstanden! Deshalb wurden sie ganz stumm. Sie waren ja nicht dumm. Sie kannten ihre Heilige Schriften gut genug, dass sie die Bilder verstanden, die jesus in völlig anderem Sinn aufblühen ließ. Das Bild des Weinbergs war schon seit alters her ein Bild für die Schöpfung Gottes – auch die Propheten haben es immer wieder genutzt, um Missstände deutlich zu machen. So sind wahrscheinlich auch die Propheten, jene Knechte, die der Besitzer des Weinbergs los geschickt hat, seine Pacht einzufordern. Es waren in der Geschichte immer wieder die Propheten, die verjagt und vertrieben wurden, weil sie Unbequemes sagten. Jetzt ist der gekommen, von dem andere sagen, er sei eben keiner der Propheten, sondern der Menschensohn. Ja, er hat es auch von sich selbst gesagt. 

Die Schriftgelehrten und die führenden Priester, also diejenigen, die Macht hatten und Jesus aus dem Verkehr ziehen wollen, um ihre Macht zu behalten, haben sehr wohl gehört, dass Jesus ankündigt, dass letztendlich nichts anderes übrig bleiben wird, als den zu töten, der das Erbe beanspruchte. Jesus führt mit diesem Bild die, die ihm zuhörten, in eine Sackgasse.

Hinweis: Wer die Sonderausgabe des Gemeindebriefs nicht bekommen hat, kann entweder das Bild anklicken und ihn sich selbst downloaden oder an das Pfarrbüro eine Email schreiben, dann wird er noch einmal zugeschickt.

Der erste Beitrag der Serie: "Jesus weint"

Der zweite Beitrag der Serie: "Das Dilemma"