Ab dem Reformationsgottesdienst am 31. Oktober um 15 Uhr sind in der Marienkirche in Aerzen die Hygieneschutzregeln geändert: Künftig dürfen in einer Bankreihe nur Menschen aus einem Haushalt nebeneinandersitzen. Menschen aus verschiedenen Haushalten sollen zwischen sich mindestens drei Sitzplätze (1,50 Meter) frei lassen. Außerdem darf die Kirche weiterhin nur durch den Haupteingang betreten und durch den Seitenausgang verlassen werden. Die Teilnehmenden an einem Gottesdienst werden gebeten, während des Gottesdienstes die Alltagsmasken auf zu behalten. „Diese neuen Regeln dienen dem Schutz vor Infektionen“, erläutert Pastor Christof Vetter: „Da wir als Kirchengemeinde weiterhin Gottesdienste feiern können, müssen wir besonders aufmerksam und vorsichtig sein.“Grafiken Corona Hinweise 04

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Zum Reformationsgottesdienst lädt die Kirchengemeinde Aerzen am 31. Oktober um 15 Uhr in die Marienkirche in Aerzen ein. Anders als ursprünglich angekündigt, wird in diesem Gottesdienst keine Feier des Heiligen Abendmahls stattfinden. „Wir bedauern dies,“ erklärte Pastor Christof Vetter, aber angesichts der Entwicklung der Pandemie müsse auch im Gottesdienst sichergestellt sein, dass der Abstand eingehalten und Kontakte auf ein nötiges Minimum reduziert werden. „Nichtsdestotrotz feiern wir miteinander, dass wir zur Freiheit befreit sind und die Reformation vor über 500 Jahren als erste große europäische Freiheitsbewegung dies deutlich gemacht hat.“ Musikalisch wird der Gottesdienst von Kirchenmusikdirektor i.R. Martin Winkler gestaltet.

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer, hier im Weserbergland. Manchen mag es in den letzten Tagen gegangen sein wie mir: So ganz im Stillen habe ich gehofft, der Landkreis Hameln-Pyrmont wird wie das berühmte letzte gallische Dorf nicht von dem Virus eingenommen. Dann kamen am Wochenende neue Zahlen und es war klar: Auch wir im Weserbergland haben die erste Hürde gerissen: 35 Infektionen innerhalb von sieben Tagen auf 100.000 Einwohner. Anders ausgedrückt: die Corona-Ampel steht auf gelb! Wir haben in der Zeitung gelesen und im Radio gehört, was dies bedeutet: Möglichst wenig Kontakte nach außen, noch gewissenhafter Abstand halten und außerhalb der Wohnung möglichst immer die Alltagsmaske vor Nase und Mund. Wahrscheinlich werden nun noch mehr Menschen protestieren, wie sehr damit ihre Freiheit eingeschränkt ist. Ja, noch schlimmer: Sie behaupten, sie seien der Grundrechte beraubt.

Am Ende dieser Woche erinnern wir uns, dass Martin Luther vor 503 Jahren mit seinem Thesenanschlag in Wittenberg die erste große Freiheitsbewegung Europas ausgelöst hat: „Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemandem untertan.“ So hat er in seiner großen Freiheitsschrift geschrieben, die vor 500 Jahren erschienen ist. Wir lassen uns unsere Freiheit nicht nehmen. Doch in der Schrift: „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ steht auch: „Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.“ In dieser Spannung sind Christen zur Freiheit berufen. Freiheit in Verantwortung. Das heißt nichts anderes als in dieser Woche, 500 Jahre später, den Reformationstag zu feiern, indem wir verantwortlich handeln: Abstand halten, Hygieneregeln einhalten, Alltagsmaske tragen und Kontakte auf das Nötige beschränken. So einfach kann Freiheit sein – nicht nur für evangelische Christen.

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Die Inzidenzzahl für den Landkreis Hameln-Pyrmont ist nun auch über 35 Infektionen in den vergangenen sieben Tagen auf 100.000 Einwohnern gestiegen. Deshalb hat der Kirchenvorstand der Kirchengemeinde Aerzen beschlossen, in dieser Woche alle regelmäßigen Veranstaltungen abzusagen: das bedeutet, in dieser Woche findet keine Krabbelgruppe, kein Treffen der evangelischen Jugend, kein Pfadfindertreffen, kein Konfirmandensamstag und auch sonst keine Veranstaltung im Pfarrhaus und im Gemeindehaus statt. Wir nutzen diese Woche, um zu überlegen, wie wir die Räume im Gemeindehaus anders nutzen und damit möglichst viele Angebote machen können, sich trotz dieser Situation zu treffen. Wer dafür Ideen hat, darf sich gern bei uns im Pfarrbüro melden: per Anruf, per WhatsApp, per Mail oder über die Sozialen Netzwerke. Das gottesdienstliche Angebot am Reformationstag bleibt vorerst bestehen, allerdings ohne die geplante Feier des heiligen Abendmahls.

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Die St. Johanniskirche in Groß Berkel und die Marienkriche in Aerzen können während der Pandemie Vereine und Verbände aus dem Flecken Aerzen für ihre satzungsgemäß gebotenen Mitglieder- und Jahreshauptversammlungen nutzen. Die Kirchenvorstände beider Kirchengemeinden haben auf Initiative der beiden Pastoren dies beschlossen. „In den Zeiten, in denen besondere Abstandsregeln gelten, sind viele sonst genutzte Räume zu klein, um Mitgliederversammlungen abzuhalten,“ stellt Pastor Simon Pabst fest. „Wir wollen mit der Entscheidung dazu beitragen, dass das gesellschaftliche Leben im Flecken wenigstens auf einem Mindestmaß weitergehen kann,“ so Pastor Christof Vetter. Das zivilgesellschaftliche Engagement im Flecken, in den Vereinen und den Verbänden müsse in nachbarschaftlicher Zusammenarbeit unterstützt werden. Für die Versammlungen der Vereine und Verbände in den Kirchen gelten die Hygieneschutzkonzepte der Kirchengemeinden. Essen und Trinken können in den Kirchen nicht ausgeschenkt werden. Die Veranstaltungen bedürfen der Einzelabsprachen mit dem jeweiligen Pfarrbüro.