Die Kirchengemeinden in Groß Berkel und Aerzen bieten einen neuen Service: Alle, die zur Zeit zu Hause bleiben und nur für kurze Spaziergänge nach draußen gehen, können ab Donnerstag, 10 Uhr, bei der Marienkirche in Aerzen und auf dem Pfarrhof in Groß Berkel, Gebete von der Wäscheleine pflücken. „Viele vermissen Möglichkeiten gemeinsam zu beten,“ weiß Pastor Pabst von St.-Johannis-Kirchengemeinde in Groß Berkel. „Wir wollen als Kirchengemeinden das Gefühl vermitteln, gemeinsam zu beten.“ Pastor Christof Vetter erinnert: „Alle sind aufgefordert, an die frische Luft zu gehen, ohne mit anderen Kontakt zu bekommen.“ Die Gebete auf der Wäscheleine seien, so sind sich die beiden einig, eine Möglichkeit, kontaktlos miteinander zu beten: Das Gebet von der Wäscheleine pflücken und mit nach Hause nehmen. Sie sind überzeugt, dass das miteinander verbundene Gebet hilft, aneinander zu denken.

Deshalb gibt es auch das Angebot eigene Gebete abzugeben: Bei den Wäscheleinen auf dem Pfarrhof in Groß Berkel und bei der Marienkirche in Aerzen steht jeweils ein Reisekoffer. Da können Gebete und Gebetsanliegen eingeworfen werden – die beiden Pastoren versprechen, dass diese Gebete und Gebetsanliegen von ihnen in den Kirchen laut gebetet werden und sicher viele davon auch in die immer wieder neu formulierten Gebete auf der Wäscheleine einfließen.

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Auf Initiative der Betreiberin des Kiosks in der Oberschule im Hummetal und in Kooperation mit dem Flecken Aerzen und der Kirchengemeinde Aerzen wird Menschen in Aerzen, die wegen der Corona-Pandemie das Haus nicht verlassen, das Angebot gemacht, Einkäufe zu erledigen: Die Menschen melden sich im Pfarramt unter der Telefonnummer 05154/3473 oder 0160/4411011. Das Pfarrbüro koordiniert die Einkäufe zusammen mit Nicolle Schäfer. Die Einkäufe werden dann von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern bis zur Eingangstür gebracht – wer dabei mithelfen möchte und kann, darf sich gern auch unter den angegebenen Nummern melden.

 

Sorgen

Sorgen und Fragen,
das haben jetzt fast alle Menschen.
Die unnötigen,
wie zum Beispiel:
Reicht das Klopapier und die Nudeln?
Die nötigen,
wie zum Beispiel:
Wie geht es den Eltern,
den Kindern, den Freunden?
Die selbstverständlichen,
wie zum Beisspiel:
Bin ich einem begegnet,
der mir den Virus geschenkt hat?

All die Fragen,
all die Sorgen
können wir dem geben,
der uns geschaffen hat,
der uns liebt,
der uns begleitet.

All die Fragen,
all die Sorgen
können wir zu unserem Maßstab machen:
So gern würde ich Dich umarmen,
aber es ist besser Abstand zu halten.
So gern würde ich Dich mit einem Handschlag begrüßen,
aber es ist besser Dir ein Lächeln zu schenken.
So gern würden wir mit vielen feiern,
aber es ist besser sich gute Gedanken zu schicken.

Gott segne uns alle,
Gotte behüte uns,
vor unseren Fragen und Sorgen,
vor dem Virus, den keiner von uns versteht,
vor unserer Gedankenlosigkeit.
Gott segne uns alle
und schenke uns die Zukunft des Lebens.

 

Wegen der Sorgen um eine mögliche Ansteckungsgefahr mit dem „Corona-Virus“ sagt die Kirchengemeinde Aerzen alle Veranstaltungen für Erwachsene und Senioren – im Moment mit Ausnahme der Gottesdienste – ab. Dies betrifft den wöchentlichen Treffpunkt Café mittwochs, die Gemeindenachmittage in Aerzen, Reher und Grupenhagen, das Gebetstreffen und Singtreffen „Gregorianik“. Außerdem wird für den vom Kirchenvorstand geplanten „Stammtisch Freiraum“ zum Thema Artenvielfalt, Volksbegehren und Landwirtschaft schnellstmöglich ein neuer Termin gesucht. Für Veranstaltungen und Angebote mit Jugendlichen und Kindern wird über das Wochenende eine Lösung gesucht. Bei den Gottesdiensten werden alle gebeten, sich nicht mit Handschlag oder Umarmung zu begrüßen und Abstand – auch in den Kirchenbänken – zu wahren.

 

Nach der Empfehlung, die die Landeskirche Hannovers im Internet veröffentlicht hat, sagt die Kirchengemeinde Aerzen die für dieses Wochenende geplanten Gottesdienste ab. Es findet weder die Passionsandacht am heutigen Freitag in Grießem noch der Gottesdienst am kommenden Sonntag in der Marienkirche statt.